Gesundheitswirtschaft Zahlen und Fakten

Die Gesundheitswirtschaft ist und bleibt die beschäftigungsintensivste Branche der Volkswirtschaft. Nach aktuellen Angaben des Bundesgesundheitsministeriums arbeiten derzeit 5,2 Millionen Menschen im Gesundheitswesen. Damit sei heute etwa jeder achte Erwerbstätige in dieser Branche tätig. [1]

Die Dynamik dieses Jobmotors zeige sich in bemerkenswerten Beschäftigungszuwächsen: Seit dem Jahr 2000 habe die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um rund 1 Million zugenommen, was einem Zuwachs von mehr als 27 Prozent entspricht. [2]

Bei einer weiter gefassten Definition der Gesundheitswirtschaft (inkl. Wellness, Gesundheitstourismus etc.), die u. a. vom BMWi verwendet wird, so die Zahlen des BMG, arbeiteten im Jahr 2013 sogar über 6 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft. Demzufolge wäre mehr als jeder siebte Erwerbstätige in dieser Branche tätig.[3]

Auch in Nordrhein-Westfalen ist die Gesundheitswirtschaft die bedeutendste Einzelbranche. Sie versteht sich dabei als Wachstumsbranche und Innovationsmotor.[4]
Mehr als 1,2 Mio. Erwerbstätige sind in der Gesundheitswirtschaft Nordrhein-Westfalens tätig, wovon rund 213.000 Beschäftigte in der Gesundheitswirtschaftsregion Köln/Bonn tätig sind (vorläufige Berechnungen).[5]

 

 
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Bildunterschrift: Entwicklung der abhängig Beschäftigen in der Gesundheitswirtschaft in der Region Köln-Bonn von 2009 bis 2014 (eigene Darstellung in Anlehnung an Daten der Bundesagentur für Arbeit, Berechnung Landeszentrum für Gesundheit Nordrhein-Westfalen (vorläufige Zahlen!))  

Rund 75 % der Beschäftigten in NRW, das entspricht etwa 846.000 Personen, davon ca. 75.000 Ärztinnen und Arzte, sind dabei in den Kernbereichen der medizinischen und pharmazeutischen Versorgung sowie der Betreuung Älterer und Pflegebedürftiger tätig.[6]

Kräftige Zuwächse verzeichneten dabei zuletzt die ambulanten Dienste. Waren 2007 hier noch rund 53.600 Frauen und Männer beschäftigt, so waren es 2012 schon mehr als 82.000 – das ist eine Steigerung um mehr als die Hälfte. Die Bereiche Pharmazie und Medizintechnik kommen zusammen auf mehr als 44.000 Beschäftigte. Die größten Arbeitgeber bleiben aber mit nahezu 310.000 Beschäftigten die Krankenhäuser. Nordrhein-Westfalen verfügt mit seinen sechs Universitätskliniken Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster sowie dem dezentralen Klinikmodell der Ruhr-Universität Bochum über eine hohes Maß an Kompetenzen in der klinischen Versorgung aber auch in der Forschung sowie einer zeitgerechten Ausbildung angehender Medizinerinnen und Mediziner.

In der Abgrenzung der Gesundheitsausgabenrechnung des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2012 rund 300,4 Mrd. Euro für Gesundheit verausgabt – auf NRW umgerechnet bedeutet dies ein reales Potenzial von 65,5 Mrd. Euro für die Gesundheitswirtschaft. Damit ist Nordrhein-Westfalen der größte Markt innerhalb der Gesundheitswirtschaft Deutschlands.

Die Unternehmen der Medizintechnikbranche in Nordrhein-Westfalen konnten seit 2009 den Umsatz aus Lieferungen und Leistungen stetig steigern. Betrug der Umsatz 2009 noch 1,49 Mrd. Euro so waren es 2011 schon 1,74 Mrd. Euro. Der Erfolg spiegelt sich auch im Export wieder: 2012 konnten die Unternehmen der Medizintechnikbranche ihre Exporte um 5,8 % auf rund 934 Mio. Euro steigern. Wichtigste Handelspartner sind Frankreich, gefolgt von den USA, Russland, den Niederlanden und Italien.

Die nordrhein-westfälische Pharmaindustrie setzt 2011 aus Lieferungen und Leistungen insgesamt mehr als 3,92 Mrd. Euro um. Die mehr als 150 Unternehmen der Branche steigerten damit ihren Umsatz um rund 450 Mio. Euro. Die Ausfuhren von pharmazeutischen Erzeugnissen und Grundstoffen der gesamten Pharmabranche (Industrie und Handel) wurden 2012 um mehr als 1,1 Mrd. Euro auf rund 6,65 Mrd. Euro gesteigert. Die wichtigsten Handelspartner waren Frankreich, die USA, das Vereinigte Königreich sowie China.

Die Gesundheitswirtschaft ist und bleibt die beschäftigungsintensivste Branche der Volkswirtschaft. Nach aktuellen Angaben des Bundesgesundheitsministeriums[7] arbeiten derzeit 5,2 Millionen Menschen Im Gesundheitswesen. Damit sei heute etwa jeder achte Erwerbstätige in dieser Branche tätig.

 


[1] Vgl. http://www.bmg.bund.de/themen/gesundheitssystem/gesundheitswirtschaft/gesundheitswirtschaft-als-jobmotor.html

[2] Vgl. http://www.bmg.bund.de/themen/gesundheitssystem/gesundheitswirtschaft/gesundheitswirtschaft-als-jobmotor.html

[3] Vgl. http://www.bmg.bund.de/themen/gesundheitssystem/gesundheitswirtschaft/gesundheitswirtschaft-als-jobmotor.html

[4] Vgl. http://www.gesundheitswirtschaft-nrw.de/gesundheitswirtschaft-nordrhein-westfalen.html

[5] Vorläufige Zahlen, vgl. Daten der Bundesagentur für Arbeit, Berechnung Landeszentrum für Gesundheit Nordrhein-Westfalen

[6] Vgl. hierzu und im Folgenden die vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) herausgegebene Dokumentation „Cluster Gesundheitswirtschaft.NRW - Regionale Vernetzung für die Gesundheit (Bochum 2014), S. 5f.

[7] http://www.bmg.bund.de/themen/gesundheitssystem/gesundheitswirtschaft/gesundheitswirtschaft-als-jobmotor.html