Unter der Leitung der Stadt Köln kam am 01.-08. November 2009 die einwöchige Delegationsreise zustande, mit dem Bestreben, die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen weiter voranzutreiben. Durch den am 6. November erfolgten Besuch unserer Kammer seitens der Delegation konnten potentielle Themengebiete, die der Intensivierung der Beziehungen zwischen den Städten Köln und Antalya dienlich sein können, im Rahmen eines Gedankenaustausches diskutiert werden.
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Im Anschluss an die Delegationsreise der Stadt Köln, erfolgte auf deren Einladung ein Gegenbesuch, zur Fortsetzung des Ausbauvorhabens im Bereich des Gesundheitstourismus beider Städte, in dessen Zusammenhang unser Vizepräsident Dr. Adnan Vucudi Özen eine Reihe von Kontakten in Köln aufnahm.
Die Wirtschaftsförderung Köln und die Zuständige der TD-IHK, deren Hauptsitz sich in Köln befindet, haben die Delegation bei ihrem Besuch in Köln begleitet, im Rahmen dessen unter anderem Gespräche mit Prof. Dr. Wolfgang Goetzke, dem 1. Vorsitzenden des Gesundheitsregion Köln Bonn e.V. , Michael Josipovic, dem stellvertretenden Amtsleiter der Wirtschaftsförderung Köln, der im Kölner Gesundheitstourismussektor tätigen Reiseagentur Medcologne, der europaweit vertretenen Sehkraft-Augenklinik, den Vorstandsmitgliedern der TD-IHK und anderen im Bereich Gesundheitstourismus tätigen Geschäftsleuten geführt wurden.
Dr. Özen betonte, dass bei den Bemühungen, den Tourismuszeitraum in Antalya auf 12 Monate im Jahr auszuweiten, insbesondere die Bereiche Gesundheits- und Kongresstourismus in den Vordergrund stießen. Mit den vorzuweisenden spezifischen Besonderheiten (Unterkunft, Verkehrsinfrastruktur und klimatischen Besonderheiten), den im Gesundheitssektor tätigen modernen Einrichtungen, sowie spezialisierten Humanressourcen könne Antalya als einen für diesen Sektor attraktiven Standort im Vordergrund stehen, so Dr. Özen. Er hob zudem hervor, dass die derzeitigen Kosten für Gesundheitsdienstleistungen in Europe verhältnismäßig weitaus höher seien als in der Türkei, und dementsprechend eine erhebliche Last darstelle. Aus diesem Grunde sollten Vereinbarungen mit den Versicherungsgesellschaften geschlossen werden, um Gesundheitstouristen die entsprechenden Leistungen auf qualitativ gleichwertigem Niveau, jedoch kostengünstiger anbieten zu können, und zeitgleich die Behandlung bzw. Rehabilitation mit einem Urlaubsumfeld zu verknüpfen.
Der 1. Vorsitzende des Gesundheitsregion Köln Bonn e.V. Prof. Dr. Wolfgang Goetzke wies in seiner Rede auf das zunehmende Lebensalter der in Deutschland lebenden Bevölkerung und der damit in Verbindung stehenden Häufung von Krankheitsfällen hin, wie Krebs, Herzerkrankung, und Diabetes, was unweigerlich zur Ausdehnung des Marktes für den Gesundheitstourismus führe. Laut Goetzke sei ein Großteil der Patienten, die die Dienstleitungen des Gesundheitssektors wahrnehmen, von Krankheiten betroffen, die fortschrittliche technologische Mittel und besondere Pflege erfordern (Herzchirurgie oder Krebs) und dass die ältere Bevölkerungsschicht für einen günstigeren und qualitativ gleichwertigen Gesundheitsdienst eine Reise in wärmere Regionen in Kauf nehmen würde. Derzeit seien in Deutschland rund 133.000 Ärzte und 65.000 Zahnärzte aktiv tätig. Die Zahlen der Absolventen der medizinischen Fakultäten und die der in Rente gehenden Ärzte würden deutlich auseinander fallen, was in naher Zukunft dazu führen werde, dass deutsche Patienten zur Behandlung die medizinischen Dienstleistern im Ausland aufsuchen werden.

Der Inhaber der im Gesundheitstourismussektor tätigen Reiseagentur Medcologne, Mikhail Khaitine, teilte mit, dass es ihrerseits möglich sei, in den Bereichen der Orthopädie, Augenheilkunde, Plastischen Chirurgie und der Zahnmedizin die Patienten aus Deutschland in die Türkei zu vermitteln.
Der stellvertretende Amtsleiter der Wirtschaftsförderung Köln Michaeal Josipovic sagte hierzu, dass der Gesundheitstourismus für Kölner Maßstäbe ein Sektor mit Potential darstelle, sich jedoch noch in der Entwicklungsphase befinde und dass es für sie als Einrichtung ein Vergnügen sein werde, das Projekt bei den nachfolgenden Schritten zu unterstützen.
Faize Berger, Vorstandsmitglied der TD-IHK und Beraterin im Gesundheitssektor, informierte über den Stand und über die Entwicklung des deutschen Gesundheitssektors. Sie berichtete darüber, dass es mit dem im Jahre 2004 in Kraft getretenen Reformpaket zu konstitutionellen Veränderungen gekommen und die Krankenversicherungen durch die Wirtschaftskrise erheblich beeinträchtigt worden seien. Die Zahl der Krankenversicherungen sei von 600 auf 169 zurückgegangen. Der zwischen Deutschland und der Türkei geplanter Gesundheitstourismus erfordere eine gründliche Planung und die Schaffung einer stabilen Grundlage. Frau Berger versicherte außerdem, dass die TD-IHK jederzeit zur Unterstützung der ATSO bereit sei.
Als Ergebnis dieser Gespräche wurde festgehalten, dass es hilfreich wäre, im Laufe des Jahres 2010 in Köln und Antalya Veranstaltungen zum Thema Gesundheitstourismus zu organisieren, um die Aufmerksamkeit der Interessenten und der Öffentlichkeit auf diesen Sektor zu lenken. Dr. Adnan Vucudi Özen hob hervor, dass unter der Führung der ATSO der erste Schritt zur Beurteilung des Potentials Antalya´s im Gesundheitstourismussektor und zur Vervielfältigung des Tourismus durch diesen Besuch bereits getan wurde. Im folgenden Zeitraum solle das Thema mit den örtlichen Beteiligten auf den Tisch gelegt werden, mit dem Ziel, Antalya zur Hauptstadt des Gesundheitstourismus zu machen.
Bericht: Industrie und Handelskammer zu Antalya
