Studie zur "Weltweiten Gesundheitswirtschaft" im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums
geschrieben von Wierz
Nachricht vom 17, Aug. 2011
Fachgebiet Gesundheitswirtschaft
URL www.exportinitiative-gesundheitswirtschaft.de/EIG/Navigation/neuigkeiten,did=429254.html
Branche Gesundheitswirtschaft

Der deutsche Gesundheitsmarkt hat in den vergangenen Jahren große Beachtung erfahren. Mindestens ebenso beeindruckend stellt sich der weltweite Markt dar. Immer mehr Menschen geben immer mehr Geld für ihre Gesundheit aus. Bevölkerungswachstum und steigende Pro-Kopf-Ausgaben sorgen dafür, dass sich die Gesundheitswirtschaft stärker entwickelt als andere Branchen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat eine Studie zur weltweiten Gesundheitswirtschaft durch Roland Berger Strategy Consultants in Auftrag gegeben. Sie soll die Größe und Wachstumsschwerpunkte des internationalen Gesundheitsmarktes aufzeigen und so den Akteuren der deutschen Gesundheitswirtschaft Anregungen geben, die globalen Chancen in Zukunft noch besser zu nutzen.

1.        Im ersten Teil erfolgt eine Bestandsaufnahme. Der globale Gesundheitsmarkt wächst jährlich um rund 6%. Durch die Alterung, den technischen Fortschritt und vor allem durch die Zunahme der Kaufkraft wachsen die Gesundheitsmärkte in den meisten Ländern schneller als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Wenn diese Trends sich unverändert fortsetzen, wächst der weltweite Gesundheitsmarkt bis zum Jahr 2030 von heute 5,7 auf rund 20 Billionen US-Dollar.
2.        Der zweite Teil stellt Deutschlands gegenwärtige Situation innerhalb des weltweiten Exports der Gesundheitswirtschaft dar. Deutschland kann den Gesundheitsmarkt noch stärker als bisher für Exporte nutzen. Während der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der inländischen Bruttowertschöpfung 10,1% beträgt, liegt ihr Anteil am Export bislang erst bei 6,3% im Jahr 2008. Insbesondere der Vergleich verschiedener Zielmärkte zeigt große Wachstumspotenziale.
3.        Der dritte Teil beschreibt, in welchen Branchen besondere Wachstumsfelder für die deutsche Exportwirtschaft bestehen. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Wettbewerbs sollte die deutsche Gesundheitswirtschaft die starke Position der Pharmabranche und der Medizintechnik sichern. Zugleich sind die neuen Felder wie E-Health, Biotechnologie, Ausbildung und Versorgung auszubauen.
4.        Als Fazit wird eine Förderungsstrategie empfohlen, die bestehende und neue Märkte gleichermaßen berücksichtigt - sowohl in der regionalen Aufteilung als auch in den Branchen. Der mittelständische Charakter vieler Bereiche der Gesundheitswirtschaft verleiht einer Bündelung der Kräfte und gesamthaften Förderung zusätzlichen Sinn. Die durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ins Leben gerufene Exportinitiative Gesundheitswirtschaft erfüllt diese Anforderungen, indem sie eng an den Bedürfnissen der Unternehmen orientiert ist. Die Ergebnisse der Studie sollten auch weiterhin im Rahmen der Exportinitiative berücksichtigt werden.

Zahlen und Fakten

Die Weltbevölkerung zählte 2008 6,7 Mrd. Menschen, die jährlich pro Kopf 854 US-Dollar für ihre Gesundheit ausgaben. Der globale Gesundheitsmarkt hatte ein Volumen von 5,7 Billionen US-Dollar, dies entspricht dem 1,5-fachen BIP Deutschlands.
Gesundheitsbezogene Pro-Kopf-Ausgaben steigen weltweit an. Der Durchschnitt im letzten Jahrzehnt lag bei realen 6%, bei den Spitzenreitern liegt die jährliche Wachstumsrate doppelt so hoch: Russland 13%, Vietnam 13% und China 12%.
Weltweit wird sich das Durchschnittsalter um 5,1 Jahre nach oben verschieben, von heute 29 Jahren auf 34 im Jahr 2030. Das Durchschnittsalter in den entwickelten Ländern wird 44 Jahre betragen, in den Entwicklungsländern 32 Jahre.
In 2030 wird die Mittelschicht  von 1,8 Mrd. auf 4,9 Mrd. angewachsen sein. Das Wachstum wird zu 80% von den Entwicklungsländern getrieben.

Quelle: http://www.exportinitiative-gesundheitswirtschaft.de/EIG/Navigation/neuigkeiten,did=429254.html