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Die Gesundheitsregion KölnBonn hat aufgrund der im Rheinland ansässigen Exzellenzen und Kompetenzen im Rahmen der landesweit abgestimmten arbeitsteiligen Schwerpunktsetzung der Gesundheitsregionen die Themenpatenschaft für das Handlungsfeld „Gesundheit für Generationen“ übernommen und hier besonderen Fokus auf die alterassoziierten Versorgungsbedarfe gelegt. Der Themengipfel als überregionales Veranstaltungsformat zur Präsentation der aus der Patenschaft resultierenden Ergebnisse fand am 29. Oktober 2010 bei der Vollack GmbH & Co.KG – Gesundheitsbau in Wesseling statt.

Nach kurzen Begrüßungsworten durch den ersten Vorsitzenden des Gesundheitsregion KölnBonn e.V., Professor Dr. Wolfgang Goetzke, leitete Dr. Martin Theisohn, Landesseniorenvertretung NRW, mit der Darstellung der „Bedarfe älterer Menschen mit Einschränkungen in der selbstständigen Lebensführung“ in das hochaktuelle Thema ein: So lange nur möglich möchten ältere Menschen in ihrer gewohnten Umgebung wohnen und leben. Barrierefreiheit, Erreichbarkeit und Selbstständigkeit sind in diesem Zusammenhang von immenser Bedeutung. Professor Dr. Frank Weidner, Vorsitzender des Deutschen Instituts für Pflegeforschung e.V., stellte seine Einrichtung sowie deren Aufgaben vor und referierte über Empfehlungen für eine Pflege und Unterstützung im Wohnumfeld.
Die Bedarfe der Wohnungswirtschaft auf der Grundlage des demographischen Wandels erläuterte Josef Hermann Thiel von der Terranus Consulting GmbH auf Basis von Umfrageergebnissen einer repräsentativen Unternehmensstudie. Er spricht nicht von einer Überalterung sondern von einer „Entjüngung“ der Gesellschaft. Außerdem gibt er zu bedenken, dass wir keinesfalls mit einem Nachfrage- sondern mit einem Angebotsproblem zu kämpfen haben. Je besser ein Objekt als Wohneinheit funktioniert, desto wohler fühlen sich dessen Bewohner. Bernd Hartmann, Vollack GmbH & Co. KG – Gesundheitsbau, informierte das anwesende Plenum über Motive und Interessen für den Einstieg in den Pflegemarkt aus Sicht eines Unternehmens der Bauwirtschaft. Die Chancen und Grenzen für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zeigte Wolfgang Paulus vom Institut für Arbeit und Technik. Für das weitere Vorgehen in der Pflege sowie im Speziellen mit der Informations- und Kommunikationstechnologie hebt er die Wichtigkeit der Fokussierung auf die Ansprüche und Bedürfnisse des Patienten sowie einer interdisziplinär ausgerichteten Betreuung und Versorgung hervor.

Anschließend zeigte Rüdiger Ratte, ADT Service-Center GmbH, in einer anschaulichen Präsentation Anwendungsbeispiele für technische Assistenzsysteme, die ältere Menschen in ihrem Alltag unterstützen und ihnen die Möglichkeit eröffnen, in ihrem Quartier und damit in ihrem gewohnten Umfeld alt zu werden – ohne im Notfall auf eine kompetente Versorgung verzichten zu müssen. Tassilo Mesenhöller, gewi-Institut für Gesundheitswirtschaft e.V. beschrieb das derzeit beginnende Projektvorhaben „e-health@home meets SONG“, das mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken, eine bedarfsgerechte Versorgung unterstützungsbedürftiger Menschen über den Sozial- und Lebensraum (Quartier) gestaltet.
In der abschließenden Podiumsdiskussion bezeichneten die Teilnehmer den demographischen Wandel als Innovationschance für die Gesundheitswirtschaft – als obligatorisch zur Umsetzung dieser Chance gilt jedoch zunächst die Eliminierung des in der Pflege vorherrschenden Innovationsdefizits. Die Pflege muss zielgruppenorientiert organisiert und besonders auch individualisiert werden. Informations- und Kommunikationstechnologien müssen so ausgestaltet werden, dass Sie von der Zielgruppe anerkannt und angenommen werden. Der Fokus darf dabei nicht auf der hilfebedürftigen Unterstützung sondern lediglich auf dem Einsatz alltagserleichternder Maßnahmen liegen. Die Umsetzung und Realisierung von Projekten der altersassoziierten Versorgung ist eine große Herausforderung, die von den Akteuren der Gesundheitsregion KölnBonn aktiv angegangen wird!

Nach der Vortragsreihe und der folgenden Podiumsdiskussion leitete Professor Dr. Goetzke den interdisziplinären Austausch der anwesenden Teilnehmer ein. So entstanden zahlreiche interessante Gespräche und Diskussionen sowie Kontakte und Projektvorhaben, die künftig umzusetzen sind.
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