60.000 neue Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft

DIHK stellt Umfrageergebnisse vor:

Die Gesundheitswirtschaft entwickelt sich weiterhin positiv. In einer Sonderauswertung seiner jüngsten Konjunkturumfrage verweist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) allerdings darauf, dass zusätzliche Regulierung und Fachkräfteengpässe den Aufwärtstrend bremsen könnten.  (14.04.2011)

Wie die Erhebung zeigt, geht die Branche jedoch grundsätzlich gestärkt in das Jahr 2011. Der Saldo aus Positiv- und Negativantworten zur Geschäftslage kletterte gegenüber der Vorgängerumfrage um 5 auf 35 Punkte und liegt damit leicht vor der Einschätzung der Gesamtwirtschaft (34 Punkte). Auch in fast allen Einzelbranchen der Gesundheitswirtschaft verbesserte sich – ausgehend von hohem Niveau – die Stimmung.

In ihren Geschäftserwartungen für die kommenden Monate hat die Branche dagegen an Optimismus verloren: Der Saldo von 11 Punkten liegt um 5 Punkte unter der Vorumfrage und sogar 13 Punkte unter dem Saldo der Gesamtwirtschaft. Vor allem die Pharmabranche und der Handel mit Gesundheitsgütern rechnen mit einer Verschlechterung. Ein wesentlicher Grund hierfür dürfte das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz sein, das die Handelsmargen auf allen Handelsstufen des Pharmasektors wie auch die Frist freier Preissetzung bei neuen Medikamenten begrenzt. Dagegen erwarten Gesundheits- und soziale Dienste sowie die Medizintechnik eine Verbesserung ihrer Geschäfte.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Erhebung: Die Gesundheitswirtschaft bleibt einer der Sektoren mit den umfangreichsten Beschäftigungsplänen. Wie in der Vorjahresumfrage erreicht der Saldo aus positiven und negativen Beschäftigungsvorhaben 15 Punkte. Der DIHK geht davon aus, dass in den nächsten Monaten in der Gesundheitswirtschaft bis zu 60.000 neue Jobs entstehen können.

Ausschlaggebend dafür sind die Gesundheits- und sozialen Dienste: Hier liegt der Saldo der Beschäftigungspläne bei 19 Punkten und damit 2 Punkte über dem Niveau der der Vorumfrage. Vermehrt einstellen will auch die Medizintechnik, dort klettert der Saldo von 13 auf 18 Punkte.

Der unter dem Strich positive Trend in der Gesundheitswirtschaft ist nach Einschätzung der Betriebe jedoch durch unterschiedliche Faktoren bedroht. Für die Unternehmen aus der Pharmabranche, die Händler mit gesundheitsbezogenen Gütern und die privaten Krankenversicherungen liegt das größte Risiko in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. In der Medizintechnik gilt die erste Sorge den Energie- und Rohstoffpreisen, und Gesundheits- sowie soziale Dienste fürchten in erster Linie Fachkräfteengpässe und die Entwicklung der Arbeitskosten.

Details und weitere Ergebnisse der Umfrage, an der sich gut 800 Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft beteiligten, gibt es zum Download.

 
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