Strahlende Sieger beim bundesweit einzigen Businessplan Wettbewerb für die Medizinwirtschaft
60.000 € für die innovativsten Gründerinnen und Gründer der Branche
Mit strahlenden Siegern und ausgezeichneten Businessplänen feierte der Businessplan Wettbewerb Medizinwirtschaft 2009 im Rahmen einer Prämierungsveranstaltung im Colosseum Theater in Essen seinen Abschluss. 147 Teilnehmer in 66 Teams haben sich an dem durch die Europäische Union und das Land NRW geförderten Wettbewerb beteiligt und ihre innovative Geschäftsidee in nur vier Monaten zu einem tragfähigen Businessplan entwickelt. Eine hochkarätige Jury mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft prämierte jetzt die Besten der Besten mit insgesamt 60.000 Euro.
„Particular“ aus Hannover konnten sich den ersten Platz und ein Preisgeld von 30.000 Euro sichern. Das Team produziert Nanopartikel in Flüssigkeiten, die insbesondere in der Medizin, unter anderem zur Verbesserung von Implantaten, zum Einsatz kommen. Die Herstellung erfolgt „ohne Chemie“. Stattdessen setzen Diplom-Ingenieur Niko Bärsch und Dr. Stephan Barcikowski auf ein physikalisches Laserabtragsverfahren, das den Kunden reine Partikel mit großer Materialvielfalt und besonderen Eigenschaften bietet. Für ihre Kunden wollen die beiden Gründer zur ersten Adresse für maßgeschneiderte Nanomaterialien werden. Schwerpunkte sind zunächst metallische Nanopartikel in Lösungsmitteln, mit denen Implantatoberflächen beschichtet werden und Nano-Marker, die an verschiedene Biomoleküle gekoppelt werden können.
Der zweite Platz und ein Preisgeld von 15.000 Euro ging an das vierköpfige Team„Atemluftdiagnostik“ aus Dortmund. Die Gründer haben die Vision, Kenntnisse über die Verfassung eines Patienten aus dessen Atemluft zu gewinnen. Neben den bisher gängigen Blut- und Urinwerten, wollen die Gründer Atemluft als Informationsträger etablieren. „10 ml ausgeatmete Luft geben in weniger als 10 Minuten Gesamtanalysezeit Auskunft über den Gesundheitszustand, Stoffwechselprozesse und Medikamentenwirkung und tragen zur Diagnose des Krankheitsbildes und Beurteilung des Krankheitsverlaufs bei“, erklärt Teamleiter Dr. Jörg Ingo Baumbach die Vorteile der Atemluftdiagnostik. Als eines der ersten Nahziele soll die Zulassung als anerkanntes Diagnoseverfahren bei Krankenkassen erreicht werden.
Den dritten Platz belegte das aus Dresdenstammende Team „nanometis“. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zweier Forschungsgruppen am Biotechnologische Zentrum der TU Dresden entstand die Geschäftsidee von Joscha Köllner und seinen Teamkollegen Dr. Bill Andreopoulos und Dr. Frank Dressel. Mehr als drei Jahre haben die Gründer in die Entwicklung einer neuen Technologieplattform investiert, die die Untersuchung eines speziellen Proteins in seiner natürlichen Umgebung sowie dessen Wechselwirkungsverhalten ermöglicht. Eine neue Softwarelösung kann, die hochkomplexen Daten automatisch, schnell und präzise auswerten und reduziert damit z.B. die Kosten in der Medikamentenentwicklung. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei die Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten zu verbessern. Da das Team mit der gleichen Geschäftsidee schon bei anderen Wettbewerben erfolgreich war, erfolgt die Teilnahme außer Konkurrenz und ohne die Möglichkeit ein Preisgeld zu gewinnen.
Da der dritte Platz außer Konkurrenz vergeben wurde, darf sich das Team „Eyesight & Vision“ über den vierten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro freuen.Die Entwicklung und Vermarktung eines schnellen, kompakten und kostengünstigen Fehlsichtigkeitsmessgerätes für das Auge ist Ziel der Gründer rund um Teamleiter Kurt Heiberger. Das Diagnosegerät misst sowohl die Brechkraft und die Lage der Intrakokularlinse als auch die Augenlänge und vereint somit die Funktionen von drei herkömmlichen Messgräten in einem. Die hierbei gewonnenen Messdaten werden bei Augenkorrekturen durch Laserstrahlen, bei Grauer Star-Operationen und bei individuell angepassten Gleitsichtbrillen und Kontaktlinsen benötigt. Im März 2010 will das vierköpfige Team sein Unternehmen in Nürnberg gründen.
Neben den drei Hauptpreisen wurden auch zwei attraktive Sonderpreise vergeben. Mit dem „Essener Gründerpreis für Gesundheitswirtschaft“ wurde die bereits im Januar 2009 gegründete CID GmbHgeehrt. Mit dem Aufbau und der Betreuung von medizinischen Netzwerken strukturiert das Team dieZusammenarbeit von Arztpraxen, Krankenhäusern sowie weiteren Dienstleistern und Akteuren. Der Essener Gründerpreis ist mit einem Geldbetrag von 5.000 Euro dotiert und beinhaltet die Möglichkeit sechs Monate kostenfrei Büroräume anzumieten und kostenfreie Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Ausgelobt wird er von der Interessengemeinschaft Essener Wirtschaft e.V., der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der Steuerberatungsgesellschaft RST und weiteren Partnern.
Mit dem Wittener Sonderpreis Zahnmedizin wurde das Team ELISCHAausgezeichnet. Ziel von Geschäftsführer Ricky Flach ist es, ein neuartiges Konzept für die Zahn-, Mund- und Prothesenhygiene zu etablieren. Hierbei setzt der Unternehmer auf antibakterielle Mikrofasern, die ohne chemische Zusätze wirken.Neben 5.000 Euro bietet der vom Zahnmedizinisch-Biowissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungszentrum (ZBZ) und der Sparkasse Witten gestiftete Sonderpreis sechs Monate mietfreie Raumnutzung im ZBZ und kostenfreie Beratungsleistungen.
Aber auch die Teilnehmer die nicht zu den Siegern zählen haben gewonnen. Neben Erfahrungen und wichtigen Netzwerkkontakten, konnten sich 19 der teilnehmenden Teams die einzigartige Startbahn Ruhr Businessplan Zertifizierung sichern. „Diese vom renommierten Institut 3Cert vergebene Zertifizierung belegt, dass es sich um einen fundierten Businessplan handelt und ist ein zusätzliches Argument in Verhandlungen mit Investoren“, erklärt Dr. Ute Günther, Geschäftsführerin der Startbahn MedEcon Ruhr GmbH.
„Der Businessplan Wettbewerb Medizinwirtschaft gibt jungen Unternehmen bereits vor ihrer Gründung eine einmalige Chance“, erläutert Karl-Uwe Bütof vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW den besonderen Wert des Projektes für die Teilnehmer. „Als Starthilfe zur Unternehmensgründung erhalten sie von Beginn an eine intensive Begleitung und Beratung bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee. Somit trägt der Wettbewerb dazu bei, dass aus einzigartigen Ideen auch einzigartige Produkte werden“.
Insgesamt arbeiteten 33% aller Teilnehmer an Innovationen im Bereich Life Science, Biomedizin und Biotechnologie und 21% widmeten sich der Entwicklung medizintechnischer Produkte. Mit dem Aufbau von IT-, Organisations- und Kommunikationslösungen für die Medizinwirtschaft beschäftigten sich 17%. Ein weiteres Arbeitsfeld der Teilnehmer war der Bereich Prävention, Rehabilitation, Wellness und Ernährung (9%) während sich jedes fünfte Projekt mit Dienstleistungen für Einrichtungen des Gesundheitswesens beschäftigte.