“Homeoffice”: Gesund bleiben in der Heimarbeit

“Homeoffice”: Gesund bleiben in der Heimarbeit

© IST-Studieninstitut GmbH

Tipps und Hinweise aus unserer Mitgliedschaft

Kurzarbeit, nicht verlängerte Verträge, erhebliche Umsatzeinbußen, gar drohende Insolvenz sind aktuell leider alltäglich. Dazu kommt die Herausforderung für zahlreiche Unternehmen, sich unter den derzeitigen gesetzlichen Schutzauflagen umzustrukturieren. Mitarbeiter*innen werden ins “Homeoffice” geschickt und ganze Prozessabläufe digitalisiert [IST-Studieninstitut GmbH].

Gerade Führungskräfte und Verantwortliche des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) müssen in diesen Tagen schnell reagieren und stehen vielen neuen Fragen gegenüber, wie z.B. die Mitarbeiter*innen im “Homeoffice” unterstützt und abgesichert werden müssen. Zentrale Fragen des BGM als Querschnittsdisziplin sind die Verbesserung, der Erhalt und die Wiederherstellung der Mitarbeiter-Gesundheit. Besonders in diesen Zeiten erzeugt die Ungewissheit bezüglich der Auswirkungen des Wandels, Arbeitsplatzunsicherheit und auch Sorgen um die eigene Gesundheit Ängste, die wiederum mit der psychischen Gesundheit korrelieren [ebd.].
Die VisionGesund Gesellschaft für betriebliches Gesundheitsmanagement mbH hat dazu ein Video (Impuls-Talk) veröffentlicht, in dem auf drei Studien zum Thema “Homeoffice” verwiesen wird:

  • Mobilflexible Arbeit, also das als “Homeoffice” bzw. Mobile-Office bezeichnete Arbeiten, erfordert besondere Regelungen. Entsprechende Policies sollen differenzieren, wer auf diese Weise seine Arbeit ausführen kann und wie z.B. Erreichbarkeiten u.Ä. zu regeln sind. Eine zu strenge Kontrolle dieser Punkte schränkt die räumlich-zeitliche Flexibilität ein. Es gilt der Grundsatz: Je erfahrener ein Unternehmen mit mobil-flexiblem Arbeiten ist, desto weniger Rahmenbedingungen müssen gesetzt werden und desto mehr Freiheiten können gelten.
  • Eine andere Studie hat festgestellt, dass Mitarbeiter*innen, die vier von fünf Tagen im “Homeoffice” verbringen eine gesteigerte Leistung von ca. 13 Prozent aufweisen. Grund dafür sind weniger Krankheitstage, längere Arbeitszeiten und weniger Pausen. Außerdem sind diese Mitarbeiter*innen zufriedener und geben an, ihre Arbeits- und Pausenzeit effizienter zu nutzen. Allerdings entschieden sich 50 Prozent dazu ins Büro zurückzukehren, um ihre sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten und aus Angst bei Beförderungen nicht berücksichtigt zu werden.
  • Die dritte im Video benannte Studie zeigt, dass Vertrauensarbeitszeit, flexible Arbeitszeit und das Führen durch Ziele (Leistungsboni etc.) die Umsetzung von “Homeoffice” erleichtern.

Die IST-Studieninstitut GmbH betont, dass insbesondere die Kommunikation ein wichtiger Faktor sei, um mit den oben erwähnten Ängsten der Mitarbeiter umzugehen. Führungskräfte sollten Vertrauen schaffen, indem Sie offen und ehrlich mit den Herausforderungen umgehen. Warum gerade jetzt – in der Corona-Krise – ein betriebliches Gesundheitsmanagement hilfreich ist und in welcher Form es zum Einsatz kommen kann, können Sie in dem Blogbeitrag der IST-Studieninstitut GmbH lesen.

Sie arbeiten derzeit in Heimarbeit? Tipps und Hinweise, was Sie selbst für Ihre Gesundheit tun können:

Auch Sie als Mitarbeiter*in selbst sind natürlich dafür verantwortlich, dass das Arbeiten im Homeoffice erfolgreich verläuft.

Auch hier gilt: Transparenz und Kommunikation sowie Verständnis und Teamgeist – Ihren Vorgesetzten und Kolleg*innen gegenüber – sind geboten. Sie müssen Ihre persönlichen Erwartungen ggf. an die Umstände anpassen und sich die Chancen bewusstmachen, die aus der Situation hervorgehen [IST-Studieninstitut GmbH].

Im Folgenden haben wir anhand von Empfehlungen der B·A·D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH , Initiative Neue Qualität der Arbeit und VisionGesund Tipps und Hinweise für Ihren Arbeitsalltag im “Homeoffice” zusammengestellt.

  • Passen Sie Ihre Arbeitsumgebung soweit es geht an Ihre ergonomischen Bedürfnisse an:
    • Die Höhe des Arbeitsstuhls & -tisches für Sie angepasst einstellen.
    • Externen Monitor/ Maus/ Tastatur verwenden (Tastatur 10-15 cm von der Tischkante entfernt & Maus dicht daneben).
    • Der Bildschirmabstand sollte 50-70 cm betragen.
  • Nur Geräte und Kabel verwenden, die sich in einem technisch einwandfreien Zustand befinden.
  • Gerät so aufstellen, dass sich möglichst keine Fenster oder Lichtquellen darin spiegeln oder ins Gegenlicht geschaut werden muss. Tageslicht kommt am besten von der Seite.
  • Öfter die Sitzhaltung ändern und Bewegungspausen machen, um Verspannungen im Rücken vorzubeugen.
  • Im Homeoffice häufig genutzte Wege frei von Stolperstellen halten.
  • Regelmäßige Pausen sind wichtig für die Erholung während der Arbeit. Es ist wichtig diese einzuhalten und sinnvoll zu nutzen.
  • Probleme im Homeoffice (z.B. Betreuung der Kinder, Ängste, Motivation, etc.) offen bei Führungskräften oder mit Kolleg*innen ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen.
  • Die Arbeitszeit, soweit es möglich ist, ohne Störungen verbringen.

Die Deutsche Sporthochschule Köln schlägt vor im “Homeoffice” alle dreißig Minuten den Wecker zu stellen und fünf Minuten Gymnastik oder ein kleines Workout am offenen Fenster machen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Und falls Sie noch Motivation brauchen finden Sie unter dem Hashtag #jetztErstSport wissenschaftliche Fakten, warum es gerade in Zeiten von Corona sinnvoll ist Sport zu treiben.

Daneben gibt es eine Reihe an Dienstleistern in unserer Gesundheitsregion KölnBonn, die Online-Programme und Übungen anbieten, mit denen sie auch zu Hause aktiv bleiben.

Beispielsweise hat das Fitnessunternehmen rhein-in-form sich zum Ziel gesetzt, sowohl für Unternehmen als auch für Privatkunden digitale Fitnessprogramme anzubieten, um Menschen im “Homeoffice” und privaten Freizeitbereich zu erreichen und unterstützen. Neben Online-Live-Trainings sollen Videos und PDFs dafür sorgen, dass alle fit und gesund nach der Krise an den Arbeitsplatz zurückkehren können.

Erstellt am 08.05.2020