Gesundheitsstandort Rheinland

Standortentwicklung

Der Arbeitskreis „Standortentwicklung und Marketing“, zusammengesetzt aus Vertretern der Gebietskörperschaften, Kammern, Leistungserbringern und Kostenträgern, hat das Ziel gesundheitspolitisch sowie gesundheitswirtschaftlich relevante Themen der einzelnen Teilregionen zu diskutieren und zu koordinieren und so als Schnittstelle zwischen der Vereinsarbeit und den standortverantwortlichen Gebietskörperschaften und Kammern zu fungieren.

Des Weiteren unterstützt und berät der Arbeitskreis den Vorstand und die Geschäftsstelle des Gesundheitsregion KölnBonn e.V. bei allen Anfragen und Konzepten zum Marketing (Kooperationen, Beteiligung an Messen und Events, Print-Produkte usw.). Dazu werden dem Ausschuss öffentlichkeitsrelevante Aktivitäten vorgelegt. Nach kritischer Hinterfragung und Diskussion wird über Handlungsempfehlungen an den Vereinsvorstand abgestimmt.

Dem Arbeitskreis sind besonders die aktive Beteiligung der neuen Mitgliedsunternehmen im Verein, die Außendarstellung sowie das Networking der Vereinsmitglieder untereinander, eine verbesserte Zusammenarbeit insbesondere mit den Gebietskörperschaften sowie der Anstoß weiterer Projektinitiierungen wichtig.

Sprecher/in der Arbeitskreises: N.N.


„Die IHK Köln unterstützt Unternehmen der Gesundheitswirtschaft bei der Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Vernetzung und Kooperation sind dafür wichtige Elemente. Der Gesundheitsregion KölnBonn e.V. leistet hierzu durch Impulse, Wissenstransfer und Austausch entlang der Wertschöpfungskette einen entscheidenden Beitrag. Darüber hinaus arbeiten wir gemeinsam mit dem Verein an der Verbesserung der Standortbedingungen für die Unternehmen und einer stärkeren Sichtbarkeit der Gesundheitswirtschaft in unserer Region.“

Alexander Hoeckle
Mitglied im Vorstand des Gesundheitsregion KölnBonn e.V.,
Geschäftsführer International und Unternehmensförderung der Industrie- und Handelskammer zu Köln


Daten und Fakten der Gesundheitswirtschaft in der Gesundheitsregion KölnBonn

Die Gesundheitswirtschaft ist und bleibt die beschäftigungsintensivste Branche der Volkswirtschaft. Nach aktuellen Angaben des Bundesgesundheitsministeriums arbeiten derzeit 5,6 Millionen Menschen im Gesundheitswesen. Damit sei heute etwa jeder achte Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Die Dynamik dieses Jobmotors zeige sich in bemerkenswerten Beschäftigungszuwächsen: Seit dem Jahr 2000 habe die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um rund 1,5 Million zugenommen. Bei einer weiter gefassten Definition der Gesundheitswirtschaft (inkl. Wellness, Gesundheitstourismus etc.), die u. a. vom BMWi verwendet wird, so die Zahlen des BMG, arbeiteten im Jahr 2018 sogar circa 7,6 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft. Demzufolge wäre jeder sechste Erwerbstätige in dieser Branche tätig. [1]

Rund 17,7 Mio. Menschen lebten 2015 in Nordrhein-Westfalen, dem somit bevölkerungsreichsten Bundesland in Deutschland. Auch in Bezug auf die Bruttowertschöpfung, wies Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015 mit 21,3 % (580,9 Mrd. Euro) den höchsten Wert auf. Davon sind 66,9 Mrd. Euro an Bruttowertschöpfung innerhalb der Gesundheitswirtschaft NRWs entstanden. In den darauf folgenden Jahren ist dieser Wert konstant gestiegen. Vergleicht man die Werte von 2006 und 2015, so ist ein Anstieg von ca. 17,1 Mrd. Euro zu erkennen. Betrachtet man die Gesundheitswirtschaft aus ökonomischer Sicht, wird erkenntlich, dass diese unabhängig von der Konjunktur ist, da das Aufkommen von Erkrankungen und der daraus entstehende Bedarf an Versorgungsleistungen nicht von der Konjunktur abhängen. Somit trug die Gesundheitswirtschaft deutlich zu dem wirtschaftlichen Wachstum in NRW bei und stabilisierte diese sogar zwischen den Jahren 2008 und 2010 (während wirtschaftlicher Krisen). [2]

Somit ist die Gesundheitswirtschaft auch in Nordrhein-Westfalen eine bedeutende und dynamische Einzelbranche. [3] Mehr als 1,4 Mio. Erwerbstätige sind in der Gesundheitswirtschaft Nordrhein-Westfalens tätig [4], wovon rund 261.410 Beschäftigte in der Gesundheitswirtschaftsregion Köln/Bonn tätig sind (vorläufige Berechnungen). [4]

Rund 67,5 % der Erwerbstätigen in der Gesundheitswirtschaft NRWs, dies entspricht rund 974.000 Personen, sind in der medizinisch-pflegerischen Versorgung tätig. Diese ist definiert mit Dienstleistungen von Krankenhäusern, stationärer und ambulanter Pflege und Arzt- sowie Zahnarztpraxen. Dabei zeigt der Krankenhaussektor mit 255.000 Erwerbstätigen den größten Anteil auf. In der industriellen Gesundheitswirtschaft sind 173.000 Erwerbstätige in NRW eingestellt. Zu dieser werden die Produktion von Humanarzneiwaren und Medizintechnik, E-Health sowie Großhandel und Forschung und Entwicklung gezählt. Rund 294.000 Erwerbstätige sind in weiteren Dienstleistungen der Gesundheitswirtschaft tätig. Als solche werden Dienstleistungen der Apotheken, Krankenkassen, Sport-, Wellness- und Tourismusdienstleistungen sowie Waren zur eigenständigen Gesundheitsversorgung gewertet. [5]

Die Gesundheitswirtschaftsregion KölnBonn umfasst zehn Gebietskörperschaften, von denen acht in Nordrhein-Westfalen und zwei in Rheinland-Pfalz liegen. Diese Gebietskörperschaften (Altenkirchen, Bonn, Köln, Leverkusen, Neuwied, Oberbergischer Kreis, Rhein-Erft-Kries, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Kreis Neuss und Rhein-Sieg Kreis) bilden zusammen eine Gesamtfläche von rund 5.685 km² [6] und eine Einwohnerzahl von 3,964 Millionen[7]. Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 697 Einwohnern pro Quadratkilometer. [8]

Neben den oben dargelegten Fakten, gibt es weitere Faktoren, die die Gesundheitswirtschaftsregion KölnBonn zu einem beliebten Wirtschaftsstandort machen. Nicht nur weltweit marktführende Unternehmen wie Miltenyi Biotec oder Bayer AG sind in dieser Region angesiedelt[9], auch die Gesundheitsversorgung ist in dieser Region sichergestellt. In den insgesamt zehn Gebietskörperschaften der Gesundheitsregion sind knapp über 75 Krankenhäuser zu finden, davon zwei Universitätskliniken, eine in Bonn und eine in Köln [10].

QUELLENVERZEICHNIS:

[1] Vgl. Bundesministerium für Gesundheit. Gesundheitswirtschaft als Jobmotor. Abrufbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/gesundheitswesen/gesundheitswirtschaft/gesundheitswirtschaft-als-jobmotor.html#c1324

[2] Vgl. Legler et al. Volkswirtschaftliche Eckwerte der Gesundheitswirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Studie im Auftrag des LZG.NRW (2018). Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (Hrsg.). Abrufbar unter: https://www.lzg.nrw.de/_php/login/dl.php?u=/_media/pdf/service/Pub/2018_df/Endbericht_GWNRW_LZG_WifOR_FINAL.pdf

[3] Vgl. Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen. Gesundheitswirtschaft in NRW. Abrufbar unter: https://www.lzg.nrw.de/versorgung/ges_wirtsch/ges_wirtsch_nrw/index.html

[4] Vorläufige Zahlen, vgl. Daten der Bundesagentur für Arbeit, Berechnung Landeszentrum für Gesundheit Nordrhein-Westfalen

[5] Vgl. Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen. Gesundheitswirtschaft in NRW. Abrufbar unter: https://www.lzg.nrw.de/versorgung/ges_wirtsch/ges_wirtsch_nrw/index.html

[6] Eigene Berechnung auf Basis der Angaben von:

– Information und Technik Nordrhein-Westfalen Geschäftsbereich Statistik. Statistische Berichte. Bodenflächen in Nordrhein-Westfalennach Art der tatsächlichen Nutzung, (2018). Abrufbar unter: https://webshop.it.nrw.de/gratis/C179%20201800.pdf

– Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz. Rheinland-Pfalz regional: Datenkompass Bevölkerung und Gebiet, Haushalte und Familien. Abrufbar unter: https://www.statistik.rlp.de/fileadmin/dokumente/datenkompass/ergebnisse/datenblatt/bev/132.pdf (für Altenkirchen) https://www.statistik.rlp.de/fileadmin/dokumente/datenkompass/ergebnisse/datenblatt/bev/138.pdf (für Neuwied)

[7] Eigene Berechnung auf Basis der Angaben von Information und Technik Nordrhein-Westfalen. Bevölkerung in Nordrhein Westfalen. Abrufbar unter: https://www.it.nrw/statistik/eckdaten/bevoelkerung-am-30062018-und-30122018-nach-gemeinden-93051 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz. Rheinland-Pfalz regional: Datenkompass Bevölkerung und Gebiet, Haushalte und Familien. Abrufbar unter: https://www.statistik.rlp.de/fileadmin/dokumente/datenkompass/ergebnisse/datenblatt/bev/132.pdf https://www.statistik.rlp.de/fileadmin/dokumente/datenkompass/ergebnisse/datenblatt/bev/138.pdf

[8] Eigene Berechnung auf Basis von [6] und [7]

[9] Vgl. https://www.miltenyibiotec.com/DE-en/about-us/locations/europe.html

[10] Eigene Berechnung auf Basis der Krankenhausdatenbank des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (vgl. https://www.mags.nrw/krankenhausdatenbank) sowie des Krankenhausatlasses der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (vgl. https://www.statistik.rlp.de/de/gesellschaft-staat/gesundheit/krankenhausatlas/)

Beiträge zum Thema “Gesundheitsstandort Rheinland”